Portal: Atelier Loescher & Petsch

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Paul Robert Loescher (~ 8. März 1836 in Berlin[1]; † 1906(?) in Berlin), Fotograf in Berlin 1863– ca. 1900.
Max Otto Wilhelm Petsch (~ 20. April 1840 in Berlin[2]; † 1888 in Berlin), Maler und Fotograf in Berlin 1863–1872.
William Loescher (~ 13. Januar 1838 in Berlin[3]; † 1895 in Berlin), Bruder von Paul, arbeitete als Fotograf mit im Fotoatelier (1873).[4]

Paul Loescher

Er war erst Mechaniker, wurde bei Charles Hoguet in Paris zum Maler ausgebildet und hörte auch als Fotograf nicht auf zu malen.[5] Im Krieg 1870/71 wurde er eingezogen, aber nach wenigen Tagen entlassen, während Petsch am Krieg teilnahm.[6]

Max Petsch

Er war ebenfalls ein begabter Maler und chemisch gut vorgebildet. Er lernte in der Drogeriewarenhandlung J. Braumüller und arbeitete ab 1860 als Laborant in der Fotochemikalienhandlung seines Vormunds Ferdinand Beyrich, der Pharmazeut und Fotograf war.[7] Petsch soll Theodor Prümm zur Fotografie gebracht haben.[8] Um 1871/72 schied er aus dem Fotoatelier aus, um sich ganz der Malerei zu widmen.[5]

Atelier Loescher & Petsch

  • 1862 gründete Max Petsch zusammen mit Paul Loescher das Fotoatelier „Loescher & Petsch“ in Berlin.[9] Das Atelier war lange Zeit Treffpunkt der künstlerisch interessierte Kreise Berlins.
  • Trotz guter Geschäftslage widmeten sich beide Fotografen einen Tag in der Woche der künstlerischen Fotografie und schufen eine große Anzahle von Genrebilder (inszenierte Fotos), die „als bedeutende Denkmale künstlerischer Fotografie angesehen werden müssen.[5] Diese inszenierten, überwiegend Stereofotos zeigen zum großen Teil junge Frau, manchmal zusammen mit dem Großvater oder Musiklehrer, bei für das damalige Frauenbild typischen Beschäftigungen, wie Handarbeiten, Blumen arrangieren, Lesen.[10]
  • Bis Anfang der 1870er Jahre fotografierten sie auch mittels einer Stereokamera und arbeiteten dabei mit Sophus Williams zusammen, der die Stereofotografien vertrieb.
  • Loescher & Petsch waren in den 1860er und 1870er Jahre auch berühmt für ihre Kinderfotos, die selbst in „Pariser Schaufenstern“ zu sehen waren.[11]
  • 1900 übernahm Carl Berg das Geschäft. Der Hoffotografenstatus ging verloren, das Fotoatelier wurde aufgegeben. Neben das "photographische Kunstgeschäft" trat ein Verlag. Nach 1908 verschwanden Löscher & Petsch, die zuletzt ihren Sitz in Charlottenburg und Wilmersdorf hatten, aus den Berliner Adressbüchern.

Ateliers

  • Berlin, Leipziger Straße 114 (1863–1870)[12]
  • Berlin, Leipziger Straße 132, parterre (im Garten[13]), unweit des Leipziger Platzes (1870–1896)[12]
  • Berlin, Potsdamer Straße 13, IV. Etage (1897–1900)[12]

Auszeichnungen

  • Hoffotograf Seiner Majestät des Kaisers und Königs (seit ca. 1875)
  • Medaillen: Berlin 1865, Paris 1867, Wien 1873, Philadelphia 1876

Fotos

Einzelnachweise

  1. https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:N6KL-VB6
  2. https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:N244-6FS
  3. https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:NTHS-R94
  4. Photographische Correspondenz, Band 10 (1873), S. 83.
  5. 5,0 5,1 5,2 Wolfgang Baier, Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. München: Schirmer-Mosel 1980. S. 529.
  6. Photographische Mitteilungen, Band 7 (1871), S. 181: „Unser Mitglied Max Petsch befindet sich vor Metz und erfreut sich trotz des strapaziösen Lagerlebens des besten Wohlseins.
  7. Sibylle Ruth Schmidtsiefen, Die Fotografenfamilie Albert Grundner 1854–1904. Diplomarbeit Berlin, S. 30, Fußnote 87 online als PDF.
  8. Sibylle Einholz, Der Verein für die Geschichte Berlins im Spiegel der Fotografiegeschichte. In: Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Band 55 (2006) online: „Während der Ausbildung [bei der Drogeriewaarenhandlung J. Braumüller] lernte er [Theodor Prümm] den späteren Fotografen Max Petsch kennen, der ihn zur Fotografie brachte.
  9. Oliver Bätz, Im Blick Berlin. Aus den fotografischen Sammlungen der Berliner Regionalmuseen. Berlin 2003, S. 134.
  10. William Culp Darrah, The world of stereographs. 1970. S. 60.
  11. Photographische Mitteilungen. Zeitschrift des Deutschen Photographen-Vereins. Ausg. 39 (1868), S. 69.
  12. 12,0 12,1 12,2 Berliner Fotografenateliers bis 1900 aus den Adressbüchern ermittelt.
  13. Revers einer CdV in der Deutschen Fotothek: „October 1870 verlegen wir unser Atelier in den Garten des Hauses Leipziger Straße 132“.

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