Julius Braatz

Aus FotografenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Julius Braatz (*2. April 1844 in Müncheberg, Kreis Lebus; † 15 April 1914 in Berlin), Betreiber mehrerer Fotostudios in Brandenburg und Pommern, ab Ende der 1880er Jahre Fotograf in Berlin. Er war der einziger Fotograf, der im größeren Umfang Politiker im Deutschen Reichstag in der Kaiserzeit fotografieren durfte.

Familie

Julius wurde geboren als Sohn des Gendarmen August Braatz und seiner Ehefrau Wilhelmine Tetzlaff.

Werdegang

  • Die Biografie von Julius Braatz findet sich bei Biefang (s. Literatur). Wegen der Snippet-Ansicht hier nur Bruchstücke: Braatz hat nach dem deutsch-französische Krieg eine Unteroffizierslaufbahn begonnen (weit) unter dem Prinzen Friedrich Karl, dessen Hoffotograf er später wird. Zunächst eröffnet Braatz Fotoateliers in Pommern und der Mark, ehe er den Sprung nach Berlin schafft.
  • Im Oktober 1872 kam Braatz nach seiner Militärzeit nach Küstrin. Kurze Zeit später übernahm er das Atelier von Theodor Höhne. Er hatte das Fotografieren bei Theodor Höhne in Magdeburg gelernt. Die Adresse Schulstraße 54 ist ab 1886 nachweisbar. Das Geschäft in Küstrin übernahm Fritz Ideler.[1]
  • Das erste Filialgeschäft gründete Braatz in Stettin um 1880. Es bestand mit mehreren Ortswechseln rund 30 Jahre. 1889 eröffnete er dann in Berlin ein Fotoatelier. Es folgten noch Filialen in Heringsdorf, Königsberg und Schwedt.
  • Anfang 1889 wird Braatz als erstem und einzigen Fotografen erlaubt, umfangreiche Aufnahmen aus dem Reichstag zu machen. So fotografierte er im April und Mai 1889 im Reichtag den parlamentarischen Alltag, wie auch einzelne und Gruppen von Politikern.[2] Diese Fotos wurden erst in den 1990er Jahren entdeckt und 2002 veröffentlicht (s. Literatur).
Reichstagsfraktion der Deutschkonservativen Partei 1889

Ateliers

  • Küstrin, Schulstraße 54 (ab 1886, aber erstes Atelier ab ca. 1873).
  • Stettin, Mönchenstraße 19 (1881–1890)[3]
  • Stettin, Am Königstor 13 (1890–1896)
  • Stettin, Am Berliner Tor 1 (1897–1900)
  • Stettin, Schulzenstraße 30-31 (1901–1909)
  • Berlin, Leipzigerstraße 119/120 (1889–1891).[4]
  • Berlin, Mohrenstr. 63/64 vis-à-vis dem Kaiserhof (1893-nach 1900).[4]
  • Seebad Heringsdorf, Wilhelmstraße 9.
  • Königsberg/Nm., Markt 16
  • Schwedt, Schloßfreiheit 77

Auszeichnungen

  • Königlich Bayrischer Hoffotograf.
  • Seit 24. Januar 1875 Hoffotograf Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich Karl von Preußen.
  • Prämiert: 1882 Diplom für hervorragende Leistungen Kunstausstellung Paris, 1882 Kunstausstellung London, 1884 Weltausstellung New Orleans.

Literatur

  • Andreas Biefang, Bismarcks Reichstag. Das Parlament in der Leipziger Straße. Fotografiert von Julius Braatz. Düsseldorf: Droste 2002.

Fotos

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://www.cuestrin.de/wirtschaft-handel-handwerk-kuestrin/fotografen-und-fotofachgeschaefte.html
  2. Ausstellung der Fotos aus dem Reichstag
  3. Adressen in Stettin entnommen: Stettiner Fotoateliers von Ryszard Halabura.
  4. 4,0 4,1 Berliner Fotografenateliers bis 1900 aus den Adressbüchern ermittelt.